Die Zeit aus einem anderen Blickwinkel

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Auch wenn Bewusstsein frei jeglicher Begrenzung existiert, so kann es mit den Augen der Zeit betrachtet werden, die ihm einen definierbaren Ausdruck geben.

Als Grundlage für diesen Text übertragen wir den Kreislauf des Seins auf ein Uhren Zifferblatt mit den Zahlen eins bis zwölf. Aus der Vollendung entsteht eine neue Form, macht eine Erfahrung und geht zurück in die Vollendung.

Unser Leben, unser ganzes Sein, basiert auf diesem System. Der Fluss ist immer in Bewegung, auch wenn er manchmal gestaut und blockiert wird. Und er geht immer vom Ganzen ins Ganze.

Im Gegensatz zur allgemein bekannten Zeitrechnung kennt das Bewusstsein den Bezug zu einer Dauer nicht. Obwohl es einem simultanen Muster folgt, erfährt es alles als jetzt und bewegt sich dabei ständig weiter.

Beginnend bei unserer Entstehung, dem spirituellen Funken, der entdecken wollte, wer er ist, über alte Inkarnationen zum aktuellen Leben, durch Alltagserfahrungen mit Erlebnissen jeglicher Art, ist es immer wieder dieser Funke mit einer Frage, der das Rad der Zeit weiterdreht.

Betrachtet man das Zifferblatt, fällt auf, dass sich die 6 am weitesten von der 12 entfernt befindet. Der Zeiger deutet auf das Gegenteil von Fülle. Nach den neuen Erfahrungen von eins bis fünf ist da plötzlich diese Leere, in der alles zusammen zu brechen scheint. Doch das Ticken geht weiter bis zur vollen Stunde, in dem der Mensch zur Erfüllung kommt. Durch Annehmen, was sich im Leben zeigt, wird der eigene Behälter gefüllt. Bis er voll ist, um danach in einer neuen Runde weiter zu wachsen.

Da wir mehrdimensionale Wesen sind, die mit ihrem Bewusstseinskörper gleichzeitig auf unterschiedlichen Ebenen präsent sind, wäre es völlig falsch, unser Sein auf ein einzelnes Zifferblatt zu beschränken. Gesonderte Aspekte von uns, ganze Gruppen von ihnen und jede Gedankengeschichte basiert auf dieser Vollendungs-Grundlage.

Nichts, was uns im Leben begegnet, ist eine Strafe für etwas, was wir getan haben oder sind. Es ist bloss ein Moment in einem dieser Kreisläufe, der sich gerade auf dem Weg zur Vollendung befindet. Während wir auf dem einen Zifferblatt herumhüpfen, was sich auf einem noch grösseren befindet, das wiederum in ein anderes integriert ist, dreht sich alles zusammen im grossen Kreis, wo es einst begonnen hat.

Für das Sein kann kein Terminplan angefertigt werden. Es existiert ausserhalb der Zeit und wird bedingungslos im Jetzt erlebt.

Was uns auch gerade zum Lachen oder Weinen bringen mag, was uns gerade wach hält oder lebendig fühlen lässt, es entspricht einer Momentaufnahme auf dem Zifferblatt. Denn alles hat seine Zeit. Alle Räder drehen sich ständig und das Jetzt ist immer jetzt.

Die Zeit wird angereichert mit Fülle und Liebe, wenn wir jeden Moment bewusst annehmen und ihm erlauben, zu sein.

Dieser Artikel wurde am 17.November 2013 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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