Wie du mir, so ich dir

Was willst Du?

Wie solche Aussagen entstehen und welche Hintergründe dazu führen, dass unser Leben abhängig ist von Bedingungen, ist egal. Vergangenheit ist passé. Im Einzelfall mag es interessant sein, sich lösungsorientiert mit der Zahn um Zahn Thematik zu konfrontieren. Allerdings nicht, um einen Schuldigen zu finden, sondern um im Jetzt Frieden zu schliessen mit den Gründen für das eigene Verhalten. Sich annehmen für das, was man gewählt und getan hat, erkennen, welchen Dienst es einem erwiesen hat. Verstehen und integrieren, was gut an einer Sache war, sind zentrale Bestandteile unserer Weiterentwicklung.

„Wenn du mich liebst, liebe ich dich auch. Wenn du nett bist zu mir, bin ich es auch. Ich schenke dir nur etwas, wenn ich dafür etwas erhalte.“ Die Liste der Momente, in denen „wie du mir, so ich dir“ unser Leben beeinflusst, ist unendlich lange. Was sie alle gemeinsam haben, ist der Grundton einer Erwartung. Erwartungen schränken ein, sie verschliessen den Raum für neue Möglichkeiten, für Chancen, die wir uns nicht einmal vorstellen können. Ihren Ursprung haben sie in der Vergangenheit. Das Alte, das wir nicht loslassen, macht uns träge. Solange Bedingungen das Leben bestimmen, sind wir nicht frei, uns selbst zu sein.

 
Wie gelangt man vom Alten zum Neuen, von Bedingung zu Freiheit? In dem man sich fragt, was sich jetzt gerade stimmig anfühlt, wie man jetzt für eine Sache/Person empfindet und das einfach ausspricht, beziehungsweise tut, oder eben nicht tut. Ich wähle, also ist es.

 
Warum nicht einfach sagen, so will ich, so mag ich es?

Die Frage, „was will ICH eigentlich?“, entführt uns auf eine Reise, die Erschreckendes sowie Überraschungen aus ihren Tiefen mit sich bringt. Sie konfrontiert uns mit der Abwehr, die uns daran hindert, uns selbst zu sein. Gleichzeitig schenkt sie uns Freiheit, in jedem jetzt genau der zu sein, der wir sein wollen. Es liegt an uns zu wählen, welchem Teil wir Aufmerksamkeit schenken. Und noch etwas: Nichts vom Gewählten oder nicht Gewählten kann jemals falsch sein. Alles ist genau richtig, so wie es gerade ist.

Lange Rede kurzer Sinn. Wenn ich von Herzen ja zu etwas sagen kann, dann tue ich es. Dann gebe ich mein ja bedingungslos zum Ausdruck. Wenn mir etwas nicht passt, dann passt es eben nicht. Freiheit besteht unter anderem darin, ehrlich zu sich selbst zu sein und das, was in den eigenen Tiefen für Berührung sorgt, nach aussen fliessen zu lassen.

Dieser Artikel wurde am 27.März 2014 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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