Vertrauen, das Fundament zur Selbstverwirklichung

riesenbaum kl

Würde ich mich mit einem Baum vergleichen, Vertrauen würde für die Kraft der Wurzeln stehen. Mein Körper wäre der Stamm und das spirituelle Selbst würde sich in einer mächtigen Krone ausdrücken. Alles in allem stünde der Baum, vom einstmaligen Samen, aus dem er entstanden ist (wann immer dieser Kreislauf auch begonnen haben mag), bis zu seiner vollen Pracht, für das Ich Bin, das sich auf der Erde entfaltet. Je stärker die Wurzeln, je mächtiger der Stamm, umso grösser die Krone, umso leuchtender die Ausstrahlung.

Wenn ich mich frage, was Vertrauen für mich bedeutet, dann kann ich dies nur beantworten, in dem ich fühle. Denn Vertrauen ist nicht irgendein intellektuelles Konstrukt, es ist etwas, das ich über meine Sinne wahrnehmen kann. Es ist eine Kraft, die mir Boden, Stabilität und Sicherheit schenkt. Sie versorgt meinen Körper mit der nötigen Lebensenergie und steht für das ja zum Leben.

Vertrauen ist in keiner Arznei vorhanden, kein Heiler oder Guru kann es mir geben und ich werde es nicht von einem Stein oder anderen magischen Symbol erhalten. Es ist in mir und ich kann jeden Moment wählen, im Vertrauen zu sein oder mich stattdessen meinen Ängsten hinzugeben.

Wenn meine Wurzeln schwach sind, mich nicht halten, wenn der Stamm dadurch brüchig und dünn ist, dann bringt mich jeder Gedanke leicht zum Sturz, dann vertraue ich eher den Zweifeln, als dem Wissen, dass alles gut ist. Ich schwirre energetisch einige Zentimeter über dem Boden, die Aufmerksamkeit ist zerstreut, der Körper angespannt und alles im Aussen scheint mich zu überwältigen. Wenn ich Vertrauen nicht fühle, dann bin ich nicht bewusst mit dem Körper verbunden, dann fehlt mir mein Zentrum und der Raum, in dem ich sein kann, wer ich bin.

Auf natürliche Weise ist der Körper sehr stark mit der Energie des Vertrauens verbunden. Da der Körper der Seele als Hülle dient, mit der sie in die sinnliche Erfahrungswelt eintauchen kann, ist er direktes Bindeglied zum „realen“ Leben. Durch ihn drückt sich das spirituelle Selbst auf der Erde aus. Ist kaum Vertrauen vorhanden, so präsentieren sich Leute in ihren Masken und nur wenig des Lichtes dringt in die Welt. Ist das Gefäss jedoch kräftig und stabil, so dient es der freien Selbstverwirklichung.

Vertrauen ist die Grundlage für Präsenz, dafür, dass das Ich Bin sich hier entfalten kann. Es beginnt in dem Moment, in dem Spirit durch den Körper in die Erderfahrung eintritt, und ist eine sehr menschliche Eigenschaft. In seiner Entwicklung durchläuft jeder einen Prozess, in dem es darum geht, die zwei Seiten einer Medaille zu vereinen. So auch Angst und Vertrauen.

Ich erlebe, dass Vertrauen das ist, was am tiefsten und direktesten mit dem Jetzt verbunden ist. Im Vertrauen drückt sich die Erlaubnis aus, sich selbst sein zu dürfen und gleichzeitig konfrontiert es mit der grösst möglichen Angst, der wir uns als Mensch stellen können: der Angst vor uns selbst. Anstatt uns zu fürchten, können wir annehmen, dass wir sicher sind. Anstatt uns etwas vorzustellen, können wir die Augen öffnen und sehen, dass jetzt alles gut ist.

Einzig die Entscheidung ist nötig, vertrauen zu wollen, und augenblicklich wird dir offenbart, wo es noch mangelt. Wann immer es zu fehlen scheint, es zeigt dir, dass du nicht 100 Prozent zu dir stehst, dass du nicht bereit bist, dich in deinen Körper einzulassen und dich so annimmst, wie du bist. Die Erdung fehlt. Aller Anfang bedarf einer Erkenntnis dessen, was ist. Von dort geht’s weiter mit dem Thema Vertrauen, das man weder sehen noch anfassen kann. Aber man kann annehmen, dass es da ist und einfach vertrauen. Es wird dich an den Rand deiner Zweifel führen und weit mit dir darüber hinaus gehen, falls du dich darauf einlässt.

Himmelsbaum

Dieser Artikel wurde am 24.September 2013 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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