Veränderung, ein süsser Schmerz

goldfischjump aus dem glas

Veränderung gehört zum Leben, das sollte mittlerweile auch in der Mainstream Schublade angekommen sein. Aber bitte nur, wenn es in den vorgesehenen Bahnen verläuft, sonst ist es nicht gut. Unkontrollierbare Veränderungen sind einfach zu wild und unvorhersehbar und darum lassen wir am besten die Finger davon!
Sprach sie zu sich und fand es abstossend hässlich, wie lebendig unbeschwert gewisse Exoten den heilen Soll-Fleck mit Schande beschmutzen. Noch schlimmer ist es, dass die Wildheit immer wilder wird, das Lachen immer lauter und die Strukturen demnächst ob dem Chaos zusammenfallen. Ja, das ist beschämend, wurde doch so viel Zeit und Aufwand darin investiert, das Ganze aufzubauen. Und jetzt soll es einfach zu Nichte gemacht werden von irgendwelchen Freigeistern, die denken, Freiheit sei der Sinn des Lebens? Ja, früher musste man noch hart arbeiten für den Lohn. Man hat gelernt zu kämpfen und manchen Schmerz geschluckt, nichts im Vergleich zu den Weicheiern von heute. Und jetzt müssen wir zusehen, wie egoistisch leicht die feschen Feger das Mühsal vom Acker treiben? „Nicht mit mir“, sagte sie sich und schloss die Gardinen hinter dem Fenster um sich in aller Ruhe die Nachrichten anzuschauen.

 
Nun kommen wir vom Füdlibürger zum Freigeist

Mit der Veränderung zu gehen, ist nicht immer leicht. Auch nicht für die, die dazu geboren wurden die Segel neu zu setzten und das Schiff einfach zu wenden, gegen den Strom zu fahren. Irgendwann kommt er immer, der Moment, in dem man missgläubig beäugt wird, an dem man zurechtgewiesen wird von Leuten, die scheinbar die Ahnung für sich gepachtet haben. Die Freigeister halten dann vielleicht einen Moment inne, aber nicht um die Zweifel auf Ihre Richtigkeit zu prüfen, sondern weil sie sich nicht vorstellen können, dass man so beschränkt sein kann. Naja, und dann ziehen sie einfach weiter. Sie nehmen sich Zeit für sich, ganz im Gegensatz zu denen, die sich gerne Sorgen um andere machen … und schauen sich die eigenen Zweifel an, die sich ihnen zeigen. Gelacht wäre es, wenn sie keine Zweifel hätten. Dann wären sie eindeutig keine Menschen. Aber sie tragen die Fähigkeit in sich, achtsam zu beobachten und sie finden immer den Ort, der sie mit Vertrauen segnet, damit sie vorwärts gehen können. Nicht um gegen das Andere zu kämpfen, sondern einfach um sie stehen zu lassen und dorthin zu gehen, wo es sie selbst hinzieht. Denn eins ist klar, sie werden die Ersten und vielleicht Einzigen sein, die dort ankommen, weil sie sich entschieden haben, dass sie es wollen. Und mit diesem ja zu sich, mit der Klarheit des reinen Gewissens, freuen sie sich auf jede noch so kleine Veränderung, auch wenn es manchmal schmerzt.

Dieser Artikel wurde am 4.April 2014 von Marina Bär in der Kategorie Kreatives veröffentlicht.
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