Von Sinn und Unsinn

pusteblume

Vielen ist es egal, ob etwas Sinn macht, oder nicht. Es gibt jedoch durchaus Menschen, die nach einem Sinn suchen und andere, die ihn in allem erkennen. Die ganze Sinnsucherei kann man sich leicht machen, falls man will. Oder man kann sich fragen und winden und diskutieren und suchen, was einen hohen unterhaltsamen Wert mit sich bringt.

Wie das Wort schon sagt, geht es um die Sinne. Wer seine Sinne bewusst nutzt, sieht einen Sinn, der andere erkennt Unsinn.

 
Sinn des Lebens

Darüber könnte man stundenlange philosophieren, falls man seine Zeit auf diese Art gestalten will. Man könnte mit dem Geplapper Bücher füllen oder man könnte einfach still sein, ins Jetzt eintauchen, die Sinne öffnen und wahrnehmen, was ist. Bewusst erfahren eben.

 
Sinn oder Unsinn?

Welche Art von Mensch bist du? Zählst du dich zu der sinnlichen Sorte? Worin erkennst du Sinn und was ist unsinnig? Wo machst du auf, wo gehst du zu? Warum öffnest du deine Sinne nur in bestimmten Situationen?

Wir alle kennen Momente, in denen wir total einverstanden sind, mit dem, was sich im Leben gerade zeigt. Das führt zu einer weichen und offenen Haltung. Gelegentlich funken jedoch Themen, Menschen oder Schicksale dazwischen, mit denen wir nicht im geringsten in Frieden sind. Nullkommaplötzlich, manchmal auch langsam schleichend, kommen wir zum Punkt, an dem wir uns verschliessen und mit Härte reagieren. Das muss nicht sein.

 
Wahrnehmen, was ist

Du brauchst jetzt nicht selbst gewalttätig zu werden, um einen Sinn darin zu erkennen, warum einer zu einem solchen Verhalten fähig ist. Es ist sehr leicht, dieses Benehmen als unsinnig zu werten, darum ist es sinnlos, jemandem sein persönliches Empfinden vorzuwerfen. Es ist, wie es ist und so darf es sein.

Aber, wer seine Sinne öffnet und die Informationen neutral betrachtet, kommt in Kontakt mit dem Sinn, auch wenn es erst unsinnig erscheint.
Schenken wir etwas unsere Aufmerksamkeit, gehen wir über die Sinne damit in Berührung. Sie nehmen wahr, was ist, ohne es verändern zu wollen. Solange wir das sein lassen und annehmen, sind wir der Beobachtende, der sich auf eine bewusste Erfahrung einlässt. Wie wir darauf reagieren, ist eine ganz andere Geschichte. Sie erzählt uns, was uns davon abhält, alles einfach sein zu lassen, wie es ist.

 
Was geschieht bei Unsinn?

Grundsätzlich sind unsere Sinne immer offen, das heisst, sie nehmen wahr. Vieles davon geschieht unbewusst. Wer seine Sinne nicht aufmerksam nutzt, kriegt trotzdem mit, was geschieht. Aber er richtet seine Aufmerksamkeit nicht auf die Wahrnehmung, sondern auf programmierte Gedanken und Emotionen, welche die eigentliche Information verzerren. Er schenkt diesen Dingen mehr Achtsamkeit, indem er den Fokus auf sie richtet.

Wer etwas als unsinnig bezeichnet, ist nicht bereit, bewusst wahrzunehmen. Er ist nicht offen dafür, weder im Aussen, noch im Innern. Diese Tatsache kann er annehmen, indem er wahrnimmt, wie er jetzt dazu steht, oder er kann sich davor verschliessen. Dieser Mensch neigt zu Abgestumpftheit, weil er sich von seiner Wahrnehmung ausschliesst. Er zieht sein Bewusstsein aus dem Körper heraus und realisiert sich in den Filtern, welche die Sinne überlagern. Wer seinen Körper nicht bewohnt, hat den Boden unter den Füssen verloren, zudem fehlt ihm der sichere Anker in sich.

 
Der Sinn vom Sinn

Um in den Genuss eines sinnerfüllten Lebens zu kommen, muss man sein Bewusstsein in den Körper ausdehnen. Die Sinnlichkeit beseelt das Leben mit echten, reichhaltigen Erfahrungen.

Während der Mensch auf diese Weise ins Jetzt eintaucht – anders geht es übrigens gar nicht – wird er lebendiger. Sein Körper ist wach, aufmerksam und gefüllt mit einem Bewusstsein, das sich erfahren will. Er kann sich aus dem Jetzt bewusst in alle Dimensionen, Zeiten und Realitäten ausdehnen. Dabei wechselt er von der rein physischen in die erhöhte Sinneswahrnehmung.

Der Mensch sieht sich und die Welt nicht mehr durch die Brille der Vergangenheit, sie ist für ihn auch nicht mehr nur etwas, das man anfassen und betrachten kann. Das Spektrum seiner Wahrnehmung vergrössert sich, es wandert durch den Körper in die Tiefen des Selbst und umfasst dabei immer mehr von seinem multidimensionalen Sein. Er wächst dabei in seine wahre Grösse, die sich ihm nur zeigt, wenn er sich auf die Erfahrung einlässt, einfach wahrzunehmen, was ist.

 
Von der Sinnsucherei zum sinnerfüllten Leben / Sinnsucherei leicht gemacht

So leicht und undramatisch kann es sein, dem Leben einen Sinn zu geben. Nicht bloss ein mentales Konstrukt, das verteidigt, gefestigt und beschützt werden muss, sondern wahre Selbsterfahrung durch einen bewussten Umgang mit den Sinnen, bei der alles sein darf, wie es ist.

 
 

Dieser Artikel wurde am 18.Mai 2015 von Marina Bär in der Kategorie Erfahrungen veröffentlicht.
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