Faszinazion Probleme und was sie überdecken

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Probleme verfügen über sehr interessante Eigenschaften. Sie ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich und unterhalten uns wie eine Talkshow. Je mehr wir auf das jeweilige Thema fixiert sind, um so stärker ist seine Wirkung auf uns.

Der Mensch hat ein tiefes inneres Bedürfnis, sich lebendig zu fühlen. Betrachtet er sich aufrichtig, wird er eine Regelmässigkeit erkennen, mit der er sich immer wieder in problematische Situationen begibt, die ihm dramatische Erfahrungen schenken. Man könnte es als alte Gewohnheit bezeichnen, dass er Probleme kreiert, um sich lebendig zu fühlen.

Sind wir mal ehrlich, ohne Probleme wäre das Leben ganz schön langweilig. Abwechslung bringt lediglich noch die Freude, aber vielen scheint der Zugang zu ihr verwehrt. Wer sich emotional fördern will, schafft deshalb gerne Situationen, die über das Normale hinaus gehen. Wut und Angst sind wunderbare Beispiele für lebendige Gefühle, der Körper kann diese Energien sehr intensiv erfahren.

 
Ein Problem entsteht

Der natürliche Zustand des Menschen ist absolut problemfrei. Wie oben bereits erwähnt, wäre ein solches Leben viel zu öde, weshalb wir Probleme kreieren. Auch wenn viele meinen, dass andere für ihr Empfinden verantwortlich sind, so sind sie selbst diejenigen, die Probleme erschaffen.

Wie kreiert man denn nun ein Problem? In dem man es sich vorstellt. Damit es sich in der Realität manifestieren kann, genügt ein einzelner Gedanke, der alles Weitere nach sich zieht. Dies kann man als Geburtsstunde einer Kreation bezeichnen, auch wenn es tatsächlich etwas komplexer ist. Aber zur Veranschaulichung soll dieses Beispiel erst einmal genügen.

Das witzige an der Sache ist, dass wir unser höchst persönlich kreiertes Problem natürlich geniessen wollen. Und während wir das tun, führt die Versuchung uns tiefer und tiefer in die Erfahrung. So tief, dass wir uns gerne darin verlieren. Dann redet der Mensch nicht davon, dass er mit einem Thema beschäftigt ist, dann wird seine ganze Realität zum Problem, dann ist er schlussendlich selbst das Problem.

 
Die Alternative

Probleme sind ein Ausdruck mangelnder Selbstliebe. Sie bringen uns meistens in Situationen, die wir ablehnen. Und was wir im Aussen ablehnen, lehnen wir an uns selber ab. Es gibt Leute, die keine Lust mehr haben, in dieser Dramatik zu verweilen. Sie haben genug von dem Stress und orientieren sich an einer Wahrheit, die ausserhalb der Problem Zone existiert. Geöffnet für neue Möglichkeiten richten sie ihren Fokus anders aus. Die Entscheidung, nicht mehr Probleme, sondern Geschenke zu sehen, dehnt das Bewusstsein in neue Bereiche aus, die dem natürlichen Zustand des Menschen eher entsprechen bzw. näher kommen.

Obwohl es oberflächlich den Anschein erweckt, dass Gefühlstheater eine lebendige Angelegenheit sind, kann ich sagen, dass das tatsächliche Theater noch viel weiter geht. Anstatt sich von Problemen verschlingen zu lassen, kann man erkennen, dass man sie selbst erschaffen hat, um etwas zu erfahren. Sie helfen uns dabei zu entdecken, wer wir wirklich sind. Wer genug gelernt hat und zum Wesentlichen vordringen will, wird letztendlich das Entdecken, was die Probleme verdeckt haben. Sich selbst. Diejenigen, die schon damit in Kontakt gekommen sind, werden wissen, dass es kaum etwas Lebendigeres und Faszinierendes gibt als die eigene Existenz. Hat man dies einmal entdeckt, wird man seine Aufmerksamkeit lieber auf dieses Geschenk, als auf alle Probleme dieser Welt richten.

Ob wir die Richtung im Leben ändern, hängt einzig und allein von einer bewussten Entscheidung ab. Wer keine Probleme mehr haben will, wird erst einmal erkennen müssen, dass er deren Schöpfer ist. Wenn er zu fühlen und wissen beginnt, warum er sie erschaffen hat, kann er sie annehmen als das, was sie sind. Ein Ausdruck seiner Selbst. An diesem Selbst ist wirklich alles gut, wie es ist. Und wer darin einmal eingetaucht ist, wird einer Liebe begegnen, die jenseits der Faszination für Probleme liegt. Zur Liebe zum eigenen Sein. Und dann ist der Mensch dort, wo er seiner Wirklichkeit am nächsten ist.

Dieser Artikel wurde am 29.August 2013 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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