Warum ist Loslassen so anstrengend?

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Es bedarf keiner Anstrengung, um ganz sich selbst zu sein. Wahrhaftig sein ist Loslassen. Das, was Energie benötigt, sind die Mauern der Abwehr, welche wir im Körper in Form von Spannungen wahrnehmen können.

Da wir den Halt oder die Anspannung während einer langen Zeit aufgebaut haben und er in der Gesellschaft als selbstverständlich angesehen wird, hinterfragen nur wenige seine Funktion. Es ist normal und darum gesund. Die Wahrheitssucher und Entschlossenen unter ihnen, die doch loslassen wollen, werden ständig damit konfrontiert, warum es besser sein sollte, weiter festzuhalten. Das, was das Loslassen so schwer macht, ist, dass wir nicht vertrauen, dass es einfach ist.

Es existieren viele Techniken, die den Prozess des Loslassens unterstützen. Man kann Gedanken, die einen beschäftigen in Wolken packen und sie am Himmel vorbeiziehen lassen. Man kann Probleme in Schubladen schieben und abschliessen oder sich mit etwas anderem verbinden, aber der Körper hält es meistens noch irgendwo fest. Man kann ihn entgiften, viel Wasser trinken und bewegen, man kann meditieren oder natürliche Mittel einnehmen, die das Ausleiten und Loslassen unterstützen.

Im Endeffekt geht es immer darum, die Spannung, das Festhalten, das irgendwo im Körper untergetaucht ist, zu fühlen und es zu lösen. Platz zu machen, damit sich die Seele oder das höhere Selbst auch in diesem Winkel ausdehnen können.

Dies ist mitunter das Entspannendste, was man für sich selbst tun kann! Hier und jetzt.
Sich die Verspannung zeigen lassen, fühlen, was wir innerlich halten, hinein atmen und beim Ausatmen wahrnehmen, wie es ins Fliessen kommt. Wie sich das Gehaltene verflüssigt, sich verteilt und auflöst.

Themen, die mit dem Halten zusammenhängen, zeigen sich von selbst. Egal welche Methode man anwendet, um loszulassen, man muss sich schlussendlich bewusst werden, worum es geht und woran man festgehalten hat. In der Regel wehren wir uns gegen diese inneren Gefühle sowie tiefen Wahrheiten und lehnen sie ab. Sind wir bereit, sie zu sehen?

Wenn sie sich zeigen, wollen sie einfach erkannt werden. Im Sinne von: Aha, ich habe Angst vor x. Sobald wir annehmen, wie etwas ist, müssen wir es nicht mehr halten und verstecken. Es darf sein. Energie wird frei. Das absolute Gegenteil von Anstrengung. Und jeder kann sich jeder Zeit erlauben, es geschehen zu lassen.

Dieser Artikel wurde am 24.Oktober 2013 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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Was keine Zeit haben und Loslassen gemeinsam haben

Man kann an vielen Dingen festhalten. So zum Beispiel an materiellen Gütern, an Menschen, Vorstellungen, Gedanken und sogar an der Zeit. Die Zeit ist ein Mysterium für sich. Mal scheint sie still zu stehen und immer öfter rast sie schneller denn je.
Die meisten Menschen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, andere dafür verantwortlich zu machen, dass ihre Zeit knapp ist und sie entsprechend keine Zeit für die schönen Dinge aufbringen können. Keine Zeit bedeutet, ich bin es mir nicht Wert Zeit dafür einzuräumen. Tatsächlich obliegt es jedem einzelnen zu entscheiden was er tut oder nicht tut. Ja aber, werden jetzt viele denken… Es ist nicht der Kampf mit den anderen, um den man im Leben ringt. Es ist das Missachten der eigenen Neigungen und Wünsche die dazu führen sich als Verlierer zu fühlen.
Die Zeit wird einem gestohlen, sie rast einem davon und man sieht sich selbst von einer Angelegenheit zur nächsten rennen. Wohl fühlend, dass so jedes Projekt zur üblen Notwendigkeit wird, das man gar nicht geniessen kann, weil man es schnell erledigen muss. Man befindet sich im Zustand des Rennens, des Davonrennens.
Da die Zeit so schnell ist, scheint man sie überholen zu müssen. Muss man sich also selbst überholen? Vielleicht könnte man gewinnen, wenn man schneller ist als man selbst..?
Wie das geht? Man trenne den schnelleren Teil von sich, derjenige der fliegen kann, der ohne etwas zu tun an alle Orte kommt und merke dann irgendwann, dass man selbst, der langsame, körperliche Teil, irgendwie völlig überfordert und ausgelaugt zurückbleibt. Die Gedanken, Ideen und Pläne ziehen hastig davon, zurück bleibt eine unerfüllte Leere.
Und dabei ist alles ganz einfach: du bist nicht da, nicht mit dir. Du lässt es nicht zu mit dir gemeinsam durchs Leben zu gehen und die Momente zu geniessen. Du lässt dich im Stich in schwierigen und wichtigen Situationen. Du lebst nicht dein Leben, du folgst einem Plan der nicht deiner ist. Das macht dich traurig.
Der Körper ist zwar anwesend und gibt sein Bestes um zu funktionieren, aber du bist einfach weg. Du lebst in einer Dimension des Denkens, der Geschichten von Vergangenheit oder Zukunft. Dort schwirrst du herum und zerteilst dich in abertausende von kleineren und grösseren Projekten. Wobei es nicht einmal tausende von Dingen sein müssen, es reichen auch ein paar wenige oder ein sehr mächtiges, das die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Was kann man in dieser Zerstreutheit noch loslassen? Der Körper ist am funktionieren, die Gedanken drehen endlose Schlaufen und die Seele ist irgendwo im Nirgendwo.

Wie wäre es, dich in einem solchen Moment mit den Augen eines liebenden Herzens zu sehen? Dich mitfühlend zu umarmen und dir zu sagen, es ist alles gut wie es ist. Wie wäre es, ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen und dir zu erlauben, dich zu fühlen? Deinen Körper zu spüren und wahrzunehmen was sich verändert, wenn du deine Seele zu dir hereinbittest? Wenn du dir die Erfahrung schenkst, dass du nicht alleine bist, weil DU bei dir bist?
Wenn dies geschieht, bist du eben dabei loszulassen. Wenn dies geschieht, bist du im Jetzt. Du bist da, mit und in dir. Du erlaubst dir in diesem Moment das zu fühlen, was du bist. Du bist weder Hetzerei noch Gedanken. Du bist weder Stress noch Planausführer.
Gönne dir die Zeit mit dir, Momente in denen du dich fühlst, in denen du deine Seele in dich einatmest und es geniesst einfach zu sein. Gönne dir die Zeit der Zeitlosigkeit, wenn du in das eintauchst was du bist.
Dieses Geschenk kannst nur du dir schenken und nur du kannst es geniessen. Es gibt niemanden auf der Welt oder gar im Universum, der dir das geben kann ausser du selbst. Du entscheidest jetzt für dich da zu sein, oder eben nicht – kein Therapeut, kein Doktor und kein Freund kann das für dich tun.
Egal wer du bist oder was du jemals getan hast, ich versichere dir, du hast es verdient für dich da zu sein.

Dieser Artikel wurde am 19.Juni 2012 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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