Leere braucht kein Futter

Wir sind ja so voll, bis an den Rand gestopft mit Dingen, Menschen, Gefühlen, Gedanken, Hunger, Vorstellungen, Geschichten, Ängsten oder Gift, die so gar nicht repräsentieren, wer wir wirklich sind. Alles Futter für die Leere, welche uns solche Angst einjagt. Unbewusst versuchen wir die vermeintliche Leere zu füllen, die wir erst annehmen müssen um sie dann liebevoll mit uns selbst zu nähren. Der Hunger und der Durst, die unnatürliche Konsumgeilheit verzehren alles, was sich uns in den Weg stellt.

Und so schauen wir in den Spiegel und sehen einen Junkie der zwar lachen kann, aber nicht glücklich ist, der geliebt wird, aber die Liebe nicht fühlt. Tapfer überspielt er es mit zufriedener Annahme, die er sich zwar einreden kann aber nicht wirklich lebt. Der Schrei nach Freiheit erfüllt die Nacht, die Stille wird überdeckt vom Suchen. Dem immer währenden Rattern der Gedanken folgend, die ihn fangen und von sich wegtragen.

Leere muss erst als solche angenommen werden, in ihrer Grösse gefühlt und der Schwere gelebt sein, bevor sie ihre eigene Fülle preisgibt.
Sobald du ihr den Raum schenkst zu sein, ihr deine Aufmerksamkeit widmest, wirst du fühlen, dass sie nicht Ohne ist, dass es kein Futter braucht um erfüllt zu sein.

Dieser Artikel wurde am 25.Februar 2013 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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Ohne mich

Ohne mich macht das Leben keinen Spass und ich bin alleine
Ohne mich schmeckt das Essen fad, das Glas ist halb leer
Ohne mich bestimmen Gedanken über mein Empfinden
Ohne mich regiert Rastlosigkeit mein Sein
Ohne mich ist wie Liebe ohne Herz, Lachen ohne Freude, Sonne ohne Schein,
Ohne mich fühle ich mich leer, fehlt mir die Energie zum Leben
Ohne mich bin ich auf der Suche, werde ich getrieben vom Wunsch nach mehr
Ohne mich kann ich nicht entspannen, Träumen fällt mir schwer
Ohne mich drehe ich mich im Kreis und habe niemanden zum Tanzen
Ohne mich fehlt ein Teil von mir

 
schwarze Rose

 
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Dieser Artikel wurde am 24.Februar 2013 von Marina Bär in der Kategorie Gedichte veröffentlicht.
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Leere annehmen

Manchmal gibt es Tage, die fühlen sich einfach leer an. Eigentlich fühle ich mich dann leer und erlebe alles andere als inhaltslos. Bevor ich realisiere, dass ein solcher Tag oder Moment stattfindet, sagt mir mein Verstand, was ich alles machen sollte, was ich vorbereiten könnte, und dass ich unbedingt etwas tun muss. Auch wenn es bloss denken ist. Schon ist das ungute Gefühl da, das schleichend eine drückende Schwere ins Jetzt bringt. Unzufriedenheit macht sich breit und je nach dem wie tief ich mich einlasse, begleiten mich kleinere und grössere Wutmomente.
Hier geschieht etwas, was unangenehme Gefühle expandieren lässt. In der Tiefe erfahre ich Ablehnung gegenüber mir selbst, was sich sehr kreativ auf den unterschiedlichsten Ebenen ausdrückt. Ich bin in diesem Moment nicht bereit, mich anzunehmen wie ich bin. Und schon übernimmt ein destruktiver Mechanismus das Ruder, das von Urteilen gesteuert wird.

Meine Wahrheit ist es, dass alles im Jetzt vorhanden ist. Ich bin diejenige die wählt, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Was ist wahr? Die Dinge, in die ich eintauche und durch mein Bewusstsein wahrnehme … und eigentlich alles andere auch.
Wenn die Schleife der Gewohnheit meinen Kopf fesselt, das Bewusstsein sich kreisförmig im Verstand dreht, dann ist der ganze Rest meines Körpers, und was ich sonst noch alles bin, immer noch frei.
Und dieses Mehr, das ich immer bin , hat meine Erlaubnis mich jeden Moment daran zu erinnern, bewusst anzunehmen was ist. Dieses Etwas kann die Seele sein, ich drücke es gerne als mein Selbst oder das ICH BIN aus.
Das alles ist Ausdruck der Ausdehnung, der Entwicklung in der wir uns befinden. Zeiten der Leere folgen dem Sturm, der Altes wegfegt und neue Klarheit ins Jetzt bringt. Die Leere ist der Raum, in dem Möglichkeiten alle die selbe Chance haben, durch eine bewusste Wahl Wirklichkeit zu werden.

Entgegen der Beschreibung am Anfang des Artikels, wo ich die Leere ablehne, liebe ich sie gleichzeitig bewusst und heisse sie willkommen. Ich ehre sie für das was sie ist, eine neue Erfahrung. Eintauchen in das Jetzt.
Doch was führt dazu, dass ich Leere so unterschiedlich empfinde? Mein Bewusstsein. Ich suche aus, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, wie tief ich eintauche und schaue nach Möglichkeit darauf, dass ich mein Bewusstsein aus mir heraus ausdehne. Dann offenbart sich eine tiefere Schicht in mir, eine Wahrheit die umfassender ist und die Leere annimmt, wie sie ist.

Dieser Artikel wurde am 23.November 2012 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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