Vorwärts zum Fortschritt?

Orion_Nebel Bewegung

Folgender Text ist ein kleines Experiment. Er entstand durch den einleitenden Satz:
Es bewegt sich vorwärts. Interessant, was er uns hier berichtet …

Unser Streben nach Zielen ist stark an die Vorstellung gebunden, dass es vorwärts geht, dass man von ist zu soll gelangt. Rückschritte interpretieren wir als Niederlage. Ein Rückschritt wird anhand einer gegenteiligen Abweichung vom Ziel definiert. Er orientiert sich an einem Gedanken, der nicht so manifestiert wird, wie er gedacht war.

Wir tendieren dazu, daran festzuhalten, dass ein solches Ergebnis kontraproduktiv ist und uns schadet. Doch ist dies tatsächlich der Fall? Können wir uns rückwärts bewegen? Ist das überhaupt negativ? Wer jedes Nicht-Erfüllen einer Vorstellung als Niederlage ablegt, wird bald ziemlich frustriert vor sich hinvegetieren. Wer sagt denn, dass wir uns überhaupt vorwärts bewegen? Vielleicht leben wir rückwärts oder wir stehen gar still?

Orientierung finden wir in der gesellschaftlichen oder persönlichen Definition von Fortschritt. Wenn wir uns die Erlaubnis geben, Definitionen fallen zu lassen und uns am Jetzt orientieren, dann entsteht ein Raum, der uns für neue Möglichkeiten öffnet. Ein Standpunkt, der offen ist, das zu empfangen, was ist. Diese Offenheit ist meiner Meinung nach das Fundament für das Zulassen von Bewegung. Der Kern von Fortschritt. Eine Bewegung, die in sich bewegt und lebt. Und das alleine ist schon Wachstum genug. Oder? Warum sich also über mangelnden Fortschritt beklagen und Niederlagen betrauern, wenn das Leben selbst die Bewegung ist und man frei wählen kann, die Ausdehnung zu fühlen, die uns mit so viel Fortschritt erfüllt, wie wir es uns kaum vorstellen können?

 

 

Dieser Artikel wurde am 22.November 2013 von Marina Bär in der Kategorie diverse Texte veröffentlicht.
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