Zuhören, Anfang aller Kommunikation

listening

Kommunikation ist nur so klar, wie man sich selbst ist

Natürlich kann man einfach lernen, klar zu kommunizieren. Aber jedes Lernen ist mit Prozessen verbunden, die schlussendlich anhand der Authentizität zeigen, ob jemand wirklich verinnerlicht hat. Verstehen reicht nicht, lebendige Erfahrungen machen das Resultat aus. Wie soll einer, der sich selbst nicht zuhört, fähig sein, anderen Menschen entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken?

Zuhören ist die wichtigste Basis in der Kommunikation. Gespräche nehmen einen interessanten Verlauf, wenn man dem Gegenüber aufmerksam lauscht und darauf das Empfangene wiedergibt. Als Verifizierung, ob man richtig verstanden hat. Wenn es hier schon scheitert, sollte man erst mit sich selber üben … Ist die Bereitschaft für aktives Zuhören vorhanden, eröffnet sie den Beteiligten die Chance, einander besser zu fühlen. Verstehen ist ein Anfang, aber wir sind nicht nur Verstand. Lässt man das Mitfühlen einfliessen, kommt eine Facette mehr von uns selbst zum Ausdruck, und die Kommunikation wird klarer. Vielleicht sollte ich hier noch erwähnen, warum es klarer wird. Weil unsere Essenz klar ist. Je mehr von uns am Leben teilnimmt, je klarer wird alles. So einfach ist das.

Dank der Gewohnheit fällt es uns leicht, nicht wirklich hin zu hören. Dabei schnallen die Pforten zur Freiheit zu und der Spielraum für Verständnis wird zu einem kleinen Gefängnis.

 
Kommunikation, ein Akt des Öffnens

Kommunikation ist für mich ein Akt des Öffnens. Manchmal ist Oberflächlichkeit okay, aber mit ihr schwingt in der Regel ein Gefühl von unbefriedigt sein. Diese Art von Kommunikation ist wie eine leere Hülle. Man könnte sie gerade so gut sein lassen.

In jedem Fall muss man für das Kommunizieren ein Tor nach innen öffnen, das einen Raum preisgibt, in dem etwas ist. Wenn man etwas damit machen will, öffnet man den Ausgang. Das, was man darauf ausdrückt, ist im Idealfall das, was man im Raum entdeckt hat. Oft kommt es aber vor, dass wir ausdrücken, nach dem wir den Raum wieder verschlossen haben (oder ihn gar nicht erst betreten haben). Genau hier lauert unendliches Potenzial für Kommunikationsprobleme, Missverständnisse aller Möglichkeiten.

Unnötig, finde ich. Ineffizient. Selbstverständlich ist jede Art von Erfahrung eine Bereicherung, aus der man etwas mitnehmen kann. Aber muss denn immer alles so mächtig verkompliziert werden, dass wir uns, anstatt uns für Kommunikation zu öffnen, kleine und grosse Gefängnisse erbauen, die für nichts stehen, als eine unnötige Illusion eines unfreien Abbildes von uns selbst?

Zurück zum Zuhören. Das Wort versinnbildlicht auf komische Weise, wie es die Gesellschaft mit dem Hören allgemein hat. Zumachen. Allerdings kann zu auch für eine Bewegung zu etwas hin stehen. Hinhören trifft eher das, was ich meine.

 
Einladung

Nun lade ich dich ein, die inneren Räume zu erkunden, in denen es etwas zu erfahren gibt. Öffne dich für dich und höre hin. Die Welt erwartet nicht, dass du das mit ihr teilst. Es zu wissen schenkt dir allerdings mehr Klarheit mit dir selbst. Ein bisschen mehr davon hat noch niemandem geschadet.

Und irgendwann, so mein Wunsch geschehen möge, ist jeder so klar sich selbst, dass ich mir über Kommunikation keine Gedanken mehr machen muss. Wenn du und ich frei sein können, wer wir wirklich sind, dann ist alles so klar, dass ich mich frage, wie wir dann miteinander kommunizieren werden?

Dieser Artikel wurde am 20.August 2014 von Marina Bär in der Kategorie Erfahrungen veröffentlicht.
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