Beziehung zum eigenen Körper

Hands Touching

Manch einer beginnt erst auf den Körper zu hören, ihn wahrzunehmen, wenn dieser sich durch unangenehme Schmerzen mitteilt. Das könnte man damit vergleichen, wenn einer nebenan steht und schreit oder zuschlägt, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Dabei kann der Kontakt zum eigenen Körper sehr liebevoll und leicht sein, sich anfühlen wie eine tiefe innige Beziehung, in der es keine Worte braucht, um zu kommunizieren. Reines Fühlen und Wissen. Sein lassen.

Welche Verbindung besteht zwischen dem Umgang mit dem eigenen Körper und der Art, wie wir anderen Menschen begegnen? Ich sag’s jetzt mal so, es ist ein und dasselbe. Keine Wenn und Aber. An anderen herumnörgeln, schlecht über sie denken oder reden, wahrnehmen, aber nicht darauf eingehen, wütend sein und ablehnen, funktionieren, aber nicht glücklich sein, interpretieren, anstatt wahrzunehmen. Und immer sind es Gedanken, welche die Aufmerksamkeit flink aus dem Jetzt lenken, um von dem abzulenken, was der Verstand nicht nachvollziehen kann.

 
Leere Hüllen, die erfüllt sein könnten

Persönlicher Kontakt und eintauchen in sinnliche Erfahrungen neigen zu einer Rarität im Alltag zu verkommen. Genau so sieht bei vielen die Beziehung zum eigenen Körper aus. Von leblos leeren Hüllen zu degenerierten Ballonen, über aufpolierte Superschönheiten zu vernachlässigten Säcken existieren alle Variationen. Mit diesen Beschreibungen urteile ich nicht über die unterschiedlichen Erscheinungsformen, sondern übersetze ich die wahrgenommene Energie in ein Bild.

Die Gründe für den mangelnden Bezug zum Körper sind zahlreich, ebenso die Möglichkeiten, in Kontakt mit ihm zu sein.

 
Sich berühren lassen vom eigenen Körper

Es kann damit beginnen, innezuhalten, still zu werden und die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten. Wenn du dich mit deinem Körper unterhalten willst, musst du nicht nach einem Brüllen Ausschau halten. Der Körper hat eine leise, zarte Stimme, die vorerst deine ganze Aufmerksamkeit mobilisieren wird, damit du sie hören kannst. Wenn du schlussendlich in Kontakt bist, wird es dir vorkommen, als hättest du das, was er dir erzählt, schon immer gewusst.

In Kontakt sein mit dem Körper bedeutet, offen zu sein und die Kommunikation der klaren und einfachen Zustände frei fliessen zu lassen. Anders gesagt, es bedeutet, dem Körper seinen Raum zu schenken, in dem er frei sein darf.

In Kontakt sein bedeutet nicht, etwas tun zu müssen. Es steht für Berühren lassen. Wie fühlt es sich an, vom eigenen Körper gefühlt zu werden, einzutauchen in das Skelett, in die Leber, das Herz oder die eigenen Augen? Wie ist es, wenn du mit deiner ganzen Aufmerksamkeit, mit deinem ganzen Bewusstsein, in dich selbst eintauchst? Kleiner Hinweis am Rande: Es hat mit Denken nichts zu tun. Es ist eine rein sinnliche Erfahrung.

 
Mitfühlen und sein lassen

Diejenigen, die Kinder grossziehen, wissen um die Bedeutung des Daseins und Zuhörens. Wenn das Kind gesehen wird und fühlt, dass es sein darf, wenn es einfach angenommen wird, wie es ist, wird aus einem Weinen schnell ein Lachen. Es geht um die Kraft der simplen liebenden Umarmung …

Der Körper ist physischer Ausdruck deiner Energie. Nicht mehr und nicht weniger. Manche Dinge bewegen sich schnell, andere langsam. Mal ist es so, mal anders. Kannst du das annehmen und ihn einfach umarmen? Aus Liebe, aus Achtsamkeit für sein Existieren? Aus Dankbarkeit, dass er da ist und dir ermöglicht, der zu sein, der du bist?
Wer in Kontakt treten will mit seinem Körper, tut gut daran, wenn er ganz viel Verständnis, die Gabe des aufmerksamen und urteilslosen Wahrnehmens mitbringt und gewillt ist, sich zu lieben, egal, was passiert. Diese Liebe wird auf eine Art und Weise zurückfliessen, wie man es höchstens zu träumen gewagt hat.

 
Darum, liebe Mitmenschen, festigt erst eure innere Beziehung, bevor ihr daran verzweifelt, im Leben nicht das zu finden, wonach ihr euch so herzlich sehnt. Es geht um das Zulassen von Liebe.

 
Hier kannst du über den Körper weiterlesen: Faszination Körper
 

Dieser Artikel wurde am 26.August 2014 von Marina Bär in der Kategorie Erfahrungen veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben:

Keine Kommentare

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag abgeschaltet.