Faszination Körper

Körper mit Licht

Wo fange ich nur an? Solche Fragen stellt der Körper garantiert nicht. Besser noch: Er stellt überhaupt keine Fragen! Es ist vielmehr ein Teil unseres Bewusstseins, das sich auf Verstandesebene begreifen will und aus lauter Gewohnheit ständig nach Antworten sucht, beziehungsweise überzeugt ist, für alles eine Erklärung haben zu müssen. Das führt zu übermässiger Gedankenaktivität und hat nichts mit dem eigentlichen Sein zu tun. Ablenkung vom Jetzt, anstatt sich dem natürlichen Ausdruck hinzugeben.

 

Er weiss einfach alles

Wie oft war ich schon wild herumirrend auf der Suche nach etwas, analysierend, wo ich es finden könnte und habe in der Hitze des Gefechts übersehen, dass der Körper mich direkt zur Antwort geführt hat. Aus Überzeugung suchen und nicht bemerken, dass ich bereits davor stehe. Oft sogar noch bevor mir in den Sinn kommt, dass ich überhaupt suchen „sollte“.

Manchmal bin ich so stark in den Gedankengeschichten gefangen, dass ich den Körper vergesse. Kaum erinnere ich mich an ihn und nehme meinen Raum in ihm ein, stelle ich fest, dass der Schlüssel in Handnähe liegt, dass ich von selbst an den richtigen Ort gegangen bin oder in die Richtung blicke, in der die gesuchte Person steht. Es kommt auch vor, dass er immer und immer auf etwas deutet und ich mich deshalb frage, was er mir damit sagen will. Peng, und schon befinde ich mich erneut im Raum der Geschichten, die dafür sorgen, dass ich den Körper vergesse. – Und weg war sie, auf der Suche nach Antworten.

 

Er ist immer präsent

Im Gegensatz zum Denken befasst sich der Körper ausschliesslich mit dem Jetzt. Wenn er etwas braucht, holt er es sich. Was er ist, drückt er unweigerlich aus. Falls wir dies vergessen und uns zu weit von ihm entfernen, fehlt die bewusste Verbindung zu seiner unermesslichen Weisheit. Spontaneität adieu. Selbstablehnung ahoi. Zweifel bestimmen, wo wir uns hinbewegen. Wir sind irgendwo, nur nicht im Jetzt. Gefangen in einer Realität, in der wir beschränkt erfahren, wer wir wirklich sind, versäumen wir es, ins Jetzt einzutauchen.

Das Leben findet nicht im Kopf statt. Wir sind nicht auf das Denken beschränkt. Vollendung erfahren wir im körperlichen Ausdruck. Je mehr Raum wir im Körper einnehmen, um so mehr von unserem Licht erhellt die Erde. Durch ihn können wir sinnlich erfahren, Liebe empfinden und aktiv am Jetzt teilnehmen. Ganz Selbst sein.

 

Er reguliert sich von alleine

Wenn der Körper in seiner Kraft ist, und er die verdiente Aufmerksamkeit, beziehungsweise Achtsamkeit geschenkt kriegt, reguliert er sich von alleine. Das heisst, er hält sich im Gleichgewicht und löst scheinbare Probleme (die entstehen ja meistens erst, wenn wir nachdenken) ohne jegliches Zutun. Wird er durch Missachtung, Ablenkung und allerlei chemische Substanzen dabei gestört, kann er diese Fähigkeit vorübergehend verlieren. Schenkt man ihm Zeit und den nötigen Raum, die Harmonie wieder herzustellen, wird er seine Verantwortung von Natur aus übernehmen.

Faszination Körper ist nicht fassbar, aber erfahrbar. Ein Geschenk, von Grund aus einfach und doch eine der grössten Herausforderungen auf dem Weg zum Selbst. Die Verbindung zwischen allem und jetzt. Der Fuss, mit dem wir auf der Erde stehen.

 

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Dieser Artikel wurde am 8.Oktober 2013 von Marina Bär in der Kategorie Erfahrungen veröffentlicht.
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